Widerstände und Grenzen
Neuen Herausforderungen wollten sich nicht immer alle Kollegen/innen stellen oder die individuelle Lebensplanung sah andere Perspektiven vor. Es kam und kommt natürlicherweise immer wieder zu einzelnen Umsetzungen oder Neueinstellungen. Es hilft uns daher, genau sagen zu können, was an unserer Schule von Kollegen/innen erwartet wird. So gibt es eben auch Lehrer/innen, die nicht an unserer Schule arbeiten wollen, da sie sich nicht vorstellen können, mit einem anderen in einem Klassenraum zu unterrichten.
Trotz aller Reformbestrebungen kamen wir im pädagogischen Bereich an Grenzen, so konnten z. B. kaum noch Rollenspiele als methodische Variante genutzt werden, weil u. a. Schüler/innen fehlten, die tragende Rollen übernehmen konnten und wollten. Das Stigma Hauptschüler – Hauptschülerin haftete, trotz öffentlicher Anerkennung unserer Arbeit, den Schüler/innen an. So schämten sie sich zu bekennen, dass sie Schüler/innen unserer Schule sind. Den Unsinn problematische Schüler/innen in einer Schule (Schulform) zu konzentrieren, spürten wir täglich. Zwar schnitten wir im Vergleich zu vielen anderen Hauptschulen gut ab, hatten auch immer genügend Anmeldungen, nur sahen wir nur noch wenig pädagogischen Spielraum, um uns weiter verbessern zu können. Schulreform stieß nun auch bei uns an institutionelle Grenzen.
